Montag, 18. April 2016

Colnago Super, ca. 1978, Campagnolo Super Record, RH 55 (cc)

Nach längerer Zeit kann ich wieder ein Colnago Super präsentieren. Es stammt aus dem Nachlass eines Belgiers, von dessen Bruder ich es im Rahmen einer umfangreichen Teilesammlung erwerben konnte. Eigentlich wollte ich den Handel nicht abschließen, das Rad sah erbärmlich aus.

Die Komponenten bestanden aus einem Shimano 600/Dura Ace und Campagnolo Mix. Die Campagnolo Komponenten waren an- und ausgefeilt sowie an- und durchgebohrt  (der Verkäufer nannte es 'Tuning - Bohrungen'), was aber zwecks Gewichtsreduktion damals auch nicht unüblich war. Das Sammlerherz erleidet Rhythmusstörungen. Die Campagnolo - Teile - vom Steuersatz abgesehen - waren wertlos.

Meine erste Überlegung war, den Rahmen professionell lackieren zu lassen und mit noch verfügbaren Decals zu versehen. Nach einigen Telefonaten war mir jedoch klar, dass sich das wirtschaftlich nicht lohnen dürfte, denn beim Weiterverkauf hätte ich ohnehin auf den Umstand, dass der Rahmen neu lackiert wurde, hinweisen müssen. Die Aufbereitung hätte ungefähr 400 EUR kosten sollen.

Nach der Zerlegung des Rades und der Reinigung des Rahmens stellte ich fest, dass der Originallack noch sehr gut erhalten war. Diverse Aufkleber ließen in mir die Unruhe aufkeimen, dass sich darunter nennenswerte Dellen oder Schrammen befinden. Dem war aber glücklicherweise nicht so. Auch die Decals waren in einem fast unbeschädigten Zustand. Also entschloss ich mich, den Rahmen nicht zu lackieren, sondern ihn aufzubereiten und mit einer kompletten Super Record Ausstattung auszurüsten.

Ich bin übrigens der Meinung, dass, sofern noch erhaltenswerte Substanz an einem Rad vorhanden ist, man soviel wie möglich davon erhalten sollte. Was bringt eine Pulverbeschichtung an einem solchen Rahmen? Macht es das sammlungswürdiger oder gar wertvoller? Man könnte eventuell über eine Teilrestaurierung nachdenken, so z.B. den Hammerschlaglack vorsichtig abtragen und diese Bereiche ggf. neu lackieren.

VERKAUFT!



Die Aufbereitung fiel mir nicht schwer. Alle Komponenten runter und gegen bereits fertig gereinigte Teile tauschen! Denn eigentlich war bis auf Steuersatz und Innenlager nicht mehr zu gebrauchen, leider.

Nach der Fertigstellung ist es ein vollwertig einsetzbares und fantastisch zu bewegendes Einzelstück! Nach den ersten Proberunden hatte ich sofort den Eindruck, die richtige Entscheidung getroffen zu haben - dies vielleicht auch im Sinne des verstorbenen Voreigentümers.















"Matching numbers"...