Über mich - Jörg Urbscheit

Willkommen auf der privaten Seite von...

...Jörg Urbscheit, Diplom Betriebswirt (FH) und gelernter Industriekaufmann (IHK), Jahrgang 1970. Geboren in Hilden im Rheinland. Während des Studiums vielfältige Jobs. Nach Beendigung des Studiums diverse berufliche Stationen in Großkonzernen (Lebensmitteleinzelhandel und Bank) hauptsächlich im Bereich IT und Controlling.

2008 verstarb mein Onkel, von dem ich neben einer umfangreichen Schallplattensammlung auch ein Bottecchia Stahlrennrad erbte, welches er 1977 bei einem Händler in Düren erwarb. Zunächst war die Plattensammlung für mich der interessante Teil des Nachlasses. Das Rad stellte ich zunächst in den Keller und ließ es dort noch etwa 1 Jahr verstauben. Zu dieser Zeit sah man hier und da vermehrt klassische Rennräder auf Düsseldorfs Straßen und so traf ich die Entscheidung, auch meines wieder herzurichten bzw. professionell instand setzen zu lassen, denn meine Kenntnisse waren in diesem Bereich gering.

Schnell entschlossen suchte ich einen renommierten Fahrradhändler in Friedrichstadt auf, um mich über Kosten und Umfang der Instandsetzung beraten zu lassen. Ein neuer, günstiger Laufradsatz (man riet mir, den Originallaufradsatz mit der Schlauchbereifung zu entsorgen) mit neuer Bereifung, Erneuerung des Lenkerbandes und ein 'allgemeiner' Technikcheck wurden mit 200EUR angesetzt. Das war im Rahmen meines Budgets und blind Vertrauen schenkend unterschrieb ich den Auftragszettel.

Nach etwa einer Woche durfte ich das Rad wieder abholen. Doch offensichtlich folgte man dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht!“... Der Rahmen wurde von 120mm (5-fach) auf 130mm (8-fach) aufgebogen, um einem Laufradsatz mit 8fach Kranz Raum zu geben. Die Rigida Chrina Felgen waren nicht günstig, sondern im Nachhinein eher billig und das Lenkerband ließ hier und dort auch etwas Lenkeraluminium durchblitzen. Das alte Campagnolo Nuovo Valentino Schaltwerk war gar nicht in der Lage, alle Ritzel der Kassette zu schalten. Auch wurden statt der vereinbarten 200EUR plötzlich 230EUR fällig. Der damaligen Unwissenheit geschuldet akzeptierte ich die Unstimmigkeiten und verließ mit Unzufriedenheit den Laden. In der Praxis hatte ich an der Umsetzung des Auftrages keine Freude.

Ich dachte mir: „Das kann man besser machen!“ und begann zu recherchieren. Daraus erwachte schnell eine Leidenschaft. Ich kaufte schnell und viele Räder, begann Teile und Rahmen zu zerlegen und zu reinigen und viele davon baute ich wieder zusammen. Die Erfahrung wuchs und damit auch der Wunsch, dies hauptberuflich auszuüben. Im Jahr 2011 war es dann soweit. Ich kündigte meinen Job als Controller, mietete ein Lager an, meldete ein Gewerbe an und legte los. Es ist ein besonderes Gefühl, eine selbständige Tätigkeit in einem Bereich ausüben zu dürfen, der Freude macht! Doch alles hat zwei Seiten...

Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht: ich halte mich oft in den Niederlanden auf, das war der Grund, warum ich mich hauptsächlich auf Koga Miyata und Gazelle Modelle spezialisierte. Außerdem war und bin ich von der hohen Qualität der Rahmen und der Lackierungen überzeugt, was ich von den 'Italienern' nicht immer behaupten konnte.

In den Anfängen war die Marktlage günstig. 4 Jahre lang bin ich über die meist flachen Lande gezogen und habe gekauft, was zu kaufen war. Doch das Angebot sank im Laufe der Jahre, nicht zuletzt, weil die Konkurrenz nicht schlief. Die absolute Markttransparenz sorgte allerdings auch bei manchen Anbietern für überhöhte Preisvorstellungen. Dies führte dazu, dass die Beschaffung guter Räder für mich immer schwieriger wurde, so dass ich mich entschloss, das Gewerbe im August 2016 aufzugeben.

Die Leidenschaft zu den klassischen Rennrädern besteht aber weiterhin und so schließt sich der Kreis. Aus Leidenschaft wurde ein Hobby wurde eine Berufung wird ein Hobby bleibt Leidenschaft.


Bis bald!